Kämpferische Demonstration durchgesetzt!

Pressemitteilung (17. Januar 2015): 800 Menschen setzen unangemeldete Demonstration für einen entschlossenen Antifaschismus und gegen den Naziaufmarsch in Magdeburg durch – Blockaden verkürzen erfolgreich die angemeldete Naziroute!

Am 70. Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs sind rund 800 Menschen unserem Aufruf gefolgt, durch eine unangemeldete Demonstration auf den Naziterror und die staatliche Repression gegen Antifaschist_innen in Sachsen-Anhalt aufmerksam zu machen sowie konsequent gegen den Naziaufmarsch vorzugehen. Die Demonstration war eine der größten der vergangenen Jahre in der Stadt und machte allein durch ihr kämpferisches Auftreten deutlich, dass wir uns trotz der permanenten Angriffe der Nazis und der Repressionsorgane nicht in unserem antifaschistischen Kampf einschüchtern lassen.

Aufgrund des kurzfristig angemeldeten Naziaufmarsches mobilisierten wir am Freitag bereits für 18 Uhr zum Magdeburger Hauptbahnhof. Nachdem bekannt wurde, dass die Nazis nicht, wie ursprünglich geplant, vom S-Bahnhof Eichenweiler in die Innenstadt fahren werden, um dort ihren Aufmarsch durchzuführen, setzte sich gegen 19 Uhr die Antifa-Demonstration über die Hasselbachstraße und die Ernst-Reuter-Allee in Bewegung. Entgegen unserer zuvor angekündigten Route zum Domplatz, entschlossen wir uns dazu, direkt in Richtung der Nazis zu laufen. Dabei wurde die Demo mehrfach von Polizeieinheiten angegriffen und schließlich in der Mittagsstraße durch diese geteilt. Infolge dessen bewegte sich der vordere Block der Demonstration in Richtung Nachtweide, der hintere Teil zur Blockade in der Lübecker Straße. Erst kurz, bevor die Nazis erreicht worden wären, gelang es der Polizei, die Demonstration durch den massiven Einsatz von Pfefferspray zu stoppen und anschließend rund 100 Antifaschist_innen einzukesseln.

Steffen Winkler, Pressesprecher der Initiative „Entschlossen-Handeln“, erklärt dazu: „Wieder einmal konnten wir zeigen, dass wir in der Lage sind, ganz ohne Anmeldung eine kämpferische Demonstration in Sachsen-Anhalt durchzuführen – und dass die Faschisten jederzeit mit einem entschlossenen antifaschistischen Widerstand rechnen müssen. Diesem Widerstand ist es zu verdanken, dass es den Nazis nicht gelang, ihren geschichtsrevisionistischen Aufmarsch in Magdeburg ungestört durchzuführen. Dass Andy Knapes Auto abgebrannt ist, wird durch uns nicht beanstandet.“

Auch wenn es aus unserer Sicht möglich gewesen wäre, gegen den Naziaufmarsch noch mehr zu unternehmen, sind wir mit dem Verlauf unserer Gegendemonstration und den anschließenden Aktionen zufrieden. Sollten die Nazis im nächsten Jahr erneut versuchen, in Magdeburg zu marschieren, können sie schon jetzt mit unserem entschlossenen Widerstand rechnen.